Harnwegserkrankungen bei Hund und Katze II

Teil II: Nierenerkrankungen

Nachdem wir vor einigen Wochen die Blasenentzündungen bei Hund und Katze beleuchtet haben, werden wir jetzt eine Etage aufsteigen. Die Nieren sind lebenswichtig als Ausscheidungs- und Entgiftungsorgan.

Bakteriell bedingte Nierenentzündungen können bei unseren Haustieren in jedem Alter auftreten. Mit entsprechender Behandlung – Infusionen, Antibiose, Nierendiät – sind sie meist sehr schnell geheilt.

Glücklicherweise sehr selten tritt heutzutage die durch Leptospiren verursachte Nierenentzündung auf. Die Leptospirose des Hundes ist eine auch für den Menschen ansteckende und sehr gefährliche Krankheit und sollte durch regelmäßige Impfung verhindert werden.

Viel problematischer hingegen sind altersbegleitende Nierenunterfunktionen, auch Niereninsuffizienz genannt. Bei dieser Erkrankung kommt es zum Untergang von Nierenzellen, wodurch die Funktion der Nieren stark eingeschränkt wird.

Eines der größten Probleme bei beginnender Niereninsuffizienz ist die beinahe unmögliche Früherkennung. Der Körper besitzt verschiedene Regulationsmechanismen, die in Gang gesetzt werden, wenn die Nieren nicht mehr perfekt arbeiten. So kommt es zu erhöhtem Harnabsatz und natürlich dem zur Folge auch zu erhöhter Wasseraufnahme. Dadurch wird ein beginnendes Nierenversagen zuerst versteckt und auch Blutuntersuchungen zeigen in diesem Stadium der Krankheit nicht deutlich veränderte Werte.

Der kritische Tierbesitzer stellt vielleicht verändertes Trinkverhalten, Gewichtsverlust, Mundgeruch (nach Ammoniak) oder struppiges Fell fest. Wenn weiterführende Untersuchungen eine Niereninsuffizienz bestätigen, können eine eiweißarme Diät und regelmäßige „Nierenspülungen“ (Infusion einer warmen Kochsalzlösung unter die Haut) die Vergiftung durch harnpflichtige Stoffe verhindern.

Da es sich meist um ältere Patienten handelt, kommt das Problem der besonderen „katabolen“ Stoffwechsellage dazu. Diese Tiere verlieren an Gewicht, magern zusehends ab. Auch hier geht es darum, den besten Weg zwischen Kontrolle, Therapie und Diätetik zu finden, um das Leben des Patienten so lange wie möglich lebenswert zu halten.

Die Frage nach der Vorbeugung? Die Wasseraufnahme muss sichergestellt werden, Katzen sollten überwiegend mit Feuchtfutter gefüttert werden. Ab dem 8. Lebensjahr raten wir zu einem regelmäßigen Senior-Check inkl. Blutuntersuchung zur Früherkennung dieser Erkrankungen.

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